Mark in Euro

Alte deutsche Währungen: Von Gulden und Taler bis zum Euro

Kurz gesagt

Von den Gulden- und Taler-Währungen des 19. Jahrhunderts über Mark, Reichsmark und D-Mark bis zum Euro: Für alle deutschen Währungen seit 1810 lassen sich historische Beträge über die Kaufkraftäquivalente der Deutschen Bundesbank in heutige Euro einordnen.

Deutsche Währungen seit 1810

WährungJahre mit Kaufkraft-Daten
D-Mark1948 bis 2001
Mark1873 bis 1921
Reichsmark1924 bis 1948
Mark der DDR1945 bis 1990
Gulden1810 bis 1873
Taler1810 bis 1873
Euro2002 bis 2025

Sieben Namen für über 200 Jahre deutscher Geldgeschichte - jede dieser Währungen markiert eine eigene wirtschafts- oder gesellschaftspolitische Zäsur: die Kleinstaaterei des 19. Jahrhunderts, die Reichsgründung, zwei Weltkriege und Hyperinflationen, die Teilung Deutschlands sowie schließlich die europäische Währungsunion.

Gulden und Taler (1810-1873): Vielfalt vor der Reichsgründung

Vor der Reichsgründung 1871 gab es in den deutschen Staaten kein einheitliches Zahlungsmittel. Im Norden und in Mitteldeutschland, insbesondere in Preußen, war der Taler verbreitet, während in Süddeutschland überwiegend in Gulden gerechnet wurde. Beide Währungen liefen über weite Teile des 19. Jahrhunderts parallel, bis der Deutsche Zollverein und schließlich das neu gegründete Deutsche Reich den Weg zu einer einheitlichen Reichswährung ebneten. Nach den Kaufkraftreihen der Bundesbank lag die höchste Kaufkraft des Guldens 1826 bei rund 33,30 € je Gulden, die des Talers im selben Jahr bei rund 58,20 € je Taler - ein Hinweis darauf, dass 1 Taler etwas mehr als das Anderthalbfache eines Guldens wert war.

Mark und Goldmark (1873-1921): Reichswährung und Goldstandard

Mit dem Münzgesetz von 1873 wurde die Mark als einheitliche Reichswährung eingeführt und an Gold gebunden - diese Phase wird umgangssprachlich als „Goldmark" bezeichnet. Die Goldbindung galt bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914; danach verlor die Mark rapide an Wert und mündete in die Hyperinflation der frühen 1920er-Jahre. Details dazu: Goldmark: Wert, Goldgehalt und Kaufkraft.

Reichsmark (1924-1948): Neuanfang nach der Hyperinflation

Nach der Hyperinflation wurde 1923 zunächst die Rentenmark und 1924 die Reichsmark als stabilisierte Nachfolgewährung eingeführt. Sie blieb bis zur Währungsreform im Juni 1948 gültig, als sie durch die D-Mark abgelöst wurde. Mehr dazu: Währungsreform 1948.

D-Mark (1948-2001) und Euro (seit 2002)

Die D-Mark war von 1948 bis zur Einführung des Euro-Bargelds am 1. Januar 2002 gesetzliches Zahlungsmittel in der Bundesrepublik und ab 1990 in ganz Deutschland. Sie lässt sich bis heute unbefristet bei der Bundesbank umtauschen (Anleitung). Seit 2002 ist der Euro die gültige Währung - auch er verliert durch die laufende Inflation an Kaufkraft: 1 € aus dem Jahr 2002 entspricht nach den Bundesbank-Faktoren einer heutigen Kaufkraft von rund 1,56 €, während 1 € von 2025 naturgemäß bei rund 1,00 € steht. Details: Euro-Kaufkraft seit 2002.

Was bei jedem Wechsel gleich blieb: die Frage nach der Kaufkraft

So unterschiedlich die sieben Währungen in Aufbau, Geltungsdauer und Geschichte auch sind - die Grundfrage bleibt bei jeder von ihnen dieselbe: Was war ein bestimmter Betrag zu seiner Zeit tatsächlich wert, gemessen an dem, was man sich damit kaufen konnte? Die Deutsche Bundesbank beantwortet das für alle sieben Währungen mit denselben methodischen Grundsätzen, sodass sich die Kaufkraft eines Guldens von 1820 ebenso einordnen lässt wie die eines Euro von heute.

Wo Sie welche Währung finden

Auf mark-in-euro.de hat jede der sieben Währungen eine eigene Übersichtsseite mit allen verfügbaren Beträgen und Jahrgängen, außerdem eine gemeinsame Ansicht nach Jahr für den schnellen Vergleich einzelner Jahrgänge über mehrere Währungen hinweg.

Warum die Angaben nicht direkt vergleichbar sind

Alle Kaufkraftangaben auf dieser Website beziehen sich einheitlich auf den Preisstand des Jahresdurchschnitts 2025 - unabhängig davon, ob es um Gulden von 1820, Reichsmark von 1937 oder D-Mark von 1990 geht. Diese einheitliche Bezugsbasis macht die Werte innerhalb einer Währung gut vergleichbar. Ein direkter Vergleich über einen Währungswechsel hinweg - etwa Taler gegen Mark oder Reichsmark gegen D-Mark - ist dagegen nur eingeschränkt möglich, da jeder Wechsel mit eigenen Umstellungsregeln oder Zäsuren wie der Hyperinflation verbunden war. Details zur Berechnung: Methodik.

So finden Sie die Kaufkraft eines bestimmten Betrags

Direkt nachschlagen: Kaufkraft nach Jahr oder eine Währung wählen: DM, Mark, Reichsmark, DDR-Mark, Gulden, Taler, Euro.

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