Mark in Euro

Münzen und Scheine des Kaiserreichs: Von der 1-Mark-Münze bis zum 20-Mark-Goldstück

Kurz gesagt

Das Geld des Kaiserreichs war zweigeteilt: Kleinmünzen bis 1 Mark waren einheitliche Reichsmünzen mit dem Reichsadler, größere Silber- und Goldmünzen trugen das Porträt des jeweiligen Landesherrn - von Preußen bis Schaumburg-Lippe. Dazu kamen Reichsbanknoten und Reichskassenscheine. Dieser Artikel ordnet die Nennwerte ein, nennt Gold- und Silbergehalt und zeigt, was die Beträge 1913 an Kaufkraft hatten.

Die Grundlage: das Münzgesetz von 1873

Mit dem Münzgesetz vom 9. Juli 1873 bekam das 1871 gegründete Reich eine einheitliche Währung: die Mark zu 100 Pfennig, definiert über Gold (1 Mark = 1/2790 kg Feingold, also 0,3584 g). Die Landeswährungen Taler und Gulden wurden zu festen Kursen abgelöst (1 Taler = 3 Mark, 1 Gulden = 1 5/7 Mark). Die Prägung blieb Sache der Bundesstaaten, die dafür ihre Münzstätten nutzten - erkennbar an den Münzzeichen A (Berlin), D (München), E (Muldenhütten bei Dresden), F (Stuttgart), G (Karlsruhe), J (Hamburg) und weiteren, die bis 1887 aufgegeben wurden.

Reichsmünzen: Pfennig bis 1 Mark

Die kleinen Nennwerte waren reichseinheitlich gestaltet: 1 und 2 Pfennig aus Kupfer, 5 und 10 Pfennig aus Kupfernickel, 20 Pfennig (Silber 1873 bis 1877, Nickel 1887 bis 1892), 25 Pfennig aus Nickel (1909 bis 1912), 50 Pfennig beziehungsweise ½ Mark aus Silber und die 1-Mark-Münze aus 900er Silber (5,56 g). Sie zeigen den kleinen Reichsadler und die Wertzahl und wurden in allen Münzstätten geprägt. Die 1-Mark-Münze war die Alltagsmünze der Goldmark-Zeit; ein Arbeiter verdiente 1913 rund 3 bis 4 Mark am Tag.

Ländermünzen: 2, 3 und 5 Mark in Silber

Die Silbermünzen zu 2, 3 und 5 Mark (900er Silber) zeigten auf der Vorderseite den Landesherrn - den Kaiser als König von Preußen, die Könige von Bayern, Sachsen und Württemberg, die Großherzöge, Herzöge und Fürsten der kleineren Staaten, für die drei Freien Städte Hamburg, Bremen und Lübeck das Stadtwappen. Die Rückseite war einheitlich: großer Reichsadler mit Wertangabe. Das 3-Mark-Stück kam erst 1908 hinzu, als Nachfolger des Vereinstalers, der bis 1907 zu 3 Mark umgelaufen war.

Silbermünzen des Kaiserreichs
NennwertGewicht (Feinsilber)Kaufkraft 1913 heute
1 Mark5,56 g (5,0 g fein)rund 6,60 €
2 Mark11,11 g (10,0 g fein)rund 13 €
3 Mark16,67 g (15,0 g fein)rund 20 €
5 Mark27,78 g (25,0 g fein)rund 33 €

Goldmünzen: 5, 10 und 20 Mark

Die Goldmünzen aus 900er Gold waren die eigentliche Währungsgrundlage: die 10-Mark-Münze ("Krone", 3,98 g) und die 20-Mark-Münze ("Doppelkrone", 7,96 g), beide mit Landesherrn-Porträt und Reichsadler. Ein 5-Mark-Goldstück (1,99 g) wurde nur 1877 und 1878 geprägt und wegen seiner Winzigkeit rasch wieder eingezogen. Bis 1914 konnte jede Reichsbanknote gegen diese Münzen eingelöst werden; mit Kriegsbeginn verschwand das Gold aus dem Umlauf, weil das Reich es einsammelte ("Gold gab ich für Eisen").

Goldmünzen des Kaiserreichs
NennwertFeingoldKaufkraft 1913 heute
5 Markrund 1,79 grund 33 €
10 Markrund 3,58 grund 66 €
20 Markrund 7,17 grund 132 €
20 Mark (Goldmünze) in Euro von heute, 1873 bis 1913. 1873: 162 €; 1880: 176 €; 1890: 164 €; 1900: 170 €; 1910: 142 €; 1913: 132 €.
20 Mark (Goldmünze) in Euro von heute, 1873 bis 1913Quelle: Deutsche Bundesbank, Kaufkraftäquivalente (Preisstand 2025)Stand 01.01.2026Grafik in voller GrößeSVG
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Die Banknoten

Papiergeld gab es in drei Formen: Reichsbanknoten (ab 1876, zuletzt in den Ausgaben von 1908 und 1910 zu 20, 50, 100 und 1.000 Mark - der "blaue Hunderter" und der "braune Tausender" sind die bekanntesten), Reichskassenscheine des Reichs zu 5, 10, 20 und 50 Mark sowie Noten einiger Privatnotenbanken (Bayern, Sachsen, Württemberg, Baden). Ab August 1914 kamen Darlehenskassenscheine zu 5 und 20 Mark hinzu, die die Kriegsfinanzierung einleiteten. Alle diese Scheine liefen in die Inflation hinein; die 1.000-Mark-Note von 1910 wurde 1923 mit dem Aufdruck "Eine Milliarde Mark" wieder ausgegeben.

Was die Stücke heute wert sind

Bei Goldmünzen bestimmt der Goldpreis den Grundwert (7,17 g Feingold je 20-Mark-Stück); preußische Prägungen werden nahe dem Goldwert als Anlagemünzen gehandelt, Stücke kleiner Staaten und seltene Jahrgänge deutlich darüber. Silbermünzen haben mindestens ihren Silberwert; Sammleraufschläge gibt es für kleine Staaten, Gedenkprägungen und Erhaltung. Banknoten des Kaiserreichs sind mit Ausnahme der frühen Ausgaben vor 1900 häufig und meist nur in kassenfrischer Erhaltung gefragt. Die Kaufkraftwerte dieser Seite beschreiben den Wert von damals, nicht den Sammlerpreis von heute - Preise nennt mark-in-euro.de nicht.

Weiterlesen: Goldmark: Wert, Goldgehalt und Kaufkraft bis 1914, Hyperinflation 1923, Gulden und Taler. Alle Beträge: Mark in Euro.

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