Mark in Euro

Währungsreform 1948: Von der Reichsmark zur D-Mark

Kurz gesagt

Mit der Währungsreform im Juni 1948 löste die D-Mark die Reichsmark ab; die Reichsmark verlor ihre Gültigkeit und ist seitdem nicht mehr umtauschbar. Die Bundesbank weist Kaufkraft-Faktoren für die Reichsmark von 1924 bis 1948 aus.

Zwei Jahre historischer Abstand: 1946 und 1948

Zwischen Kriegsende und Währungsreform lagen rund drei Jahre, in denen die Reichsmark formal weiterlief, aber wirtschaftlich zunehmend an Bedeutung verlor. Diese Übergangszeit zeigt, dass eine Geldreform selten von heute auf morgen entschieden wird, sondern meist das Ergebnis einer längeren Phase erkennbarer Fehlentwicklungen ist - hier der wachsenden Lücke zwischen Geldmenge und Warenangebot.

Warum wurde 1948 überhaupt eine neue Währung nötig?

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war die Reichsmark zwar formal noch gültig, doch die Geldmenge war durch die Kriegsfinanzierung stark aufgebläht, während das Warenangebot knapp blieb. In der Praxis funktionierte die Reichsmark als Zahlungsmittel kaum noch: Ein großer Teil des Handels lief über Tauschgeschäfte und Ersatzwährungen wie Zigaretten, weil das offizielle Geld faktisch wertlos geworden war. Die Währungsreform sollte diesen Zustand beenden, indem sie eine neue, glaubwürdige Währung mit deutlich kleinerer Geldmenge schuf.

Ablauf der Währungsreform im Juni 1948

Am 20. Juni 1948 wurde in den drei westlichen Besatzungszonen die D-Mark als neues gesetzliches Zahlungsmittel eingeführt. Jede Einwohnerin und jeder Einwohner erhielt zunächst ein sogenanntes Kopfgeld in D-Mark, das in den folgenden Wochen um einen weiteren Betrag aufgestockt wurde. Löhne, Gehälter, Mieten und andere laufende Zahlungen wurden im Verhältnis 1:1 von Reichsmark auf D-Mark umgestellt, während Bargeldbestände und die meisten sonstigen Forderungen und Guthaben in einem deutlich ungünstigeren Verhältnis umgetauscht wurden - ein erheblicher Teil davon wurde zunächst gesperrt und später größtenteils ersatzlos gestrichen. Ziel war es, die durch die Kriegsfinanzierung stark aufgeblähte Reichsmark-Geldmenge drastisch zu reduzieren und damit die Grundlage für stabile Preise zu schaffen.

Diese radikale Reduzierung der Geldmenge unterscheidet die Reform von 1948 grundlegend von späteren Währungswechseln wie der Euro-Einführung 2002 oder der Währungsunion 1990: Während bei Letzteren im Wesentlichen eine bestehende Geldmenge zu einem festen Kurs umgerechnet wurde, wurde 1948 ein erheblicher Teil des vorhandenen Geldvermögens entwertet, um die zuvor entstandene Kaufkraftlücke zu schließen.

Kaufkraft der Reichsmark am Ende

Die folgenden Jahrgänge zeigen, wie die Bundesbank die Kaufkraft der Reichsmark in den letzten Jahren vor der Währungsreform einordnet:

Jahrgang1 RM entspricht heute
Reichsmark 1945rund 4,60 €
Reichsmark 1946rund 4,20 €
Reichsmark 1947rund 3,90 €
Reichsmark 1948 (1. Hj.)rund 3,70 €

Zum Vergleich: Zu Beginn der Reichsmark-Zeit, 1924, lag die Kaufkraft noch bei rund 5,10 € je Reichsmark - über die gesamte Laufzeit von 1924 bis 1948 blieb sie damit, anders als in der Endphase der vorherigen Mark-Währung, verhältnismäßig stabil. Die eigentliche Zäsur war nicht ein schleichender Wertverlust der Reichsmark selbst, sondern der bewusste Schnitt durch die Währungsreform.

1 Reichsmark in Euro von heute, 1936 bis zur Währungsreform 1948. 1936: 5,3 €; 1938: 5,2 €; 1940: 5,1 €; 1942: 4,8 €; 1944: 4,7 €; 1946: 4,2 €; 1948 (1. Hj.): 3,7 €.
1 Reichsmark in Euro von heute, 1936 bis zur Währungsreform 1948Quelle: Deutsche Bundesbank, Kaufkraftäquivalente (Preisstand 2025)Stand 01.01.2026Grafik in voller GrößeSVG
Grafik einbetten

Frei verwendbar mit Nennung von mark-in-euro.de als Quelle.

Warum ist die Reichsmark seitdem wertlos?

Mit der Einführung der D-Mark am 20. Juni 1948 verlor die Reichsmark ihre Eigenschaft als gesetzliches Zahlungsmittel. Seitdem lässt sie sich nicht mehr amtlich umtauschen - anders als die D-Mark, die die Bundesbank bis heute unbefristet zurücknimmt. Reichsmark-Scheine und -Münzen, die heute noch existieren, haben deshalb allenfalls einen Sammlerwert, der von Jahrgang, Erhaltung und Seltenheit abhängt und mit der amtlichen Kaufkraft-Berechnung dieser Seite nichts zu tun hat. Für eine Einschätzung dieses Sammlerwerts sind, wie bei DM- und Goldmark-Stücken, spezialisierte numismatische Händler oder Fachkataloge die richtige Adresse.

Zwei sehr unterschiedliche Kaufkraft-Niveaus

Wie stark sich die Geldordnung durch die Reform veränderte, zeigt der Sprung zwischen den beiden Kaufkraftreihen der Bundesbank: Die Reichsmark erreichte ihre höchste ausgewiesene Kaufkraft 1933 mit rund 5,60 € je Reichsmark, während die junge D-Mark 1950 - also nur zwei Jahre nach der Reform - bereits mit rund 3,39 € je DM startete. Die beiden Reihen sind nicht direkt vergleichbar, da sie unterschiedliche Grundgesamtheiten abbilden, machen aber deutlich, dass die Währungsreform bewusst einen Neustart mit einer stabileren, kleineren Geldmenge einleiten sollte.

Vergleich Reichsmark und D-Mark

Wie stark sich die Kaufkraft eines Betrags durch die Währungsreform veränderte, lässt sich am direkten Vergleich ablesen: 100 Reichsmark in Euro gegenüber 100 DM in Euro - Übersichten: Reichsmark, DM. Wichtig dabei: Reichsmark- und D-Mark-Beträge lassen sich nicht 1:1 gegenüberstellen, weil die Reform selbst den Wert massiv veränderte - ein Vergleich funktioniert nur über die jeweilige Kaufkraft in heutigen Euro, nicht über den Nennbetrag. Alle Jahrgänge beider Währungen im Detail: Kaufkraft nach Jahr.

Weiterlesen

Direkt nachschlagen