Mark in Euro

Reichsmark-Scheine und -Münzen: Was ist Reichsgeld heute wert?

Kurz gesagt

Reichsmark-Scheine und -Münzen sind seit der Währungsreform vom 20. Juni 1948 kein Geld mehr und lassen sich bei keiner Bank umtauschen. Was sie heute wert sind, entscheidet allein der Sammlermarkt - abhängig von Nennwert, Erhaltung und Seltenheit. Was sie damals wert waren, sagen die Kaufkraftfaktoren der Bundesbank: 100 Reichsmark von 1937 entsprachen rund 530 € von heute.

Die Banknoten der Reichsmark

Die Reichsbank gab zwischen 1924 und 1945 eine überschaubare Zahl von Notentypen aus, die bis 1948 umliefen. Die häufigsten, die heute noch in Nachlässen liegen, sind die Scheine der 1929er- und 1930er-Jahre mit Porträts deutscher Wissenschaftler und Unternehmer: 10 Reichsmark (1929) mit dem Agrarwissenschaftler Albrecht Daniel Thaer, 20 Reichsmark (1929) mit Werner von Siemens, 50 Reichsmark (1933) mit dem Bankier David Hansemann, 100 Reichsmark (1935) mit dem Chemiker Justus von Liebig und 1.000 Reichsmark (1936) mit dem Architekten Karl Friedrich Schinkel. Dazu kamen die kleinen Rentenbankscheine zu 1 und 2 Rentenmark (1937), die als Reichsmark umliefen, und der 5-Reichsmark-Schein von 1942. Die Scheine der Reichskreditkassen (1939 bis 1945) waren Besatzungsgeld für die besetzten Gebiete.

Die Münzen: Silber, Nickel, Aluminiumbronze, Zink

Die Kleinmünzen lauteten auf Reichspfennig: 1 und 2 Reichspfennig aus Bronze, 5 und 10 Reichspfennig aus Aluminiumbronze (gelb), 50 Reichspfennig aus Nickel. Bei den Mark-Nennwerten gab es 1 Reichsmark (1925 bis 1927 in Silber, 1933 bis 1939 in Nickel), 2 Reichsmark (Silber, Eichbaum 1925 bis 1931, Hindenburg 1936 bis 1939), 3 Reichsmark (Silber, 1924 bis 1933, überwiegend Gedenkprägungen) und 5 Reichsmark (Silber, Eichbaum 1927 bis 1933, Garnisonkirche 1934/35, Hindenburg 1935 bis 1939). Mit dem Krieg wurden die Kleinmünzen ab 1940 aus Zink geprägt; sie sind bis heute massenhaft vorhanden und wegen Korrosion selten gut erhalten.

Von 1944 bis 1948 kam die von den Alliierten gedruckte Alliierte Militärmark hinzu, die gleichrangig mit der Reichsmark umlief und mit ihr 1948 ungültig wurde.

Warum kein Umtausch mehr möglich ist

Mit der Währungsreform am 20. Juni 1948 in den Westzonen (und der parallelen Reform in der sowjetischen Zone ab dem 24. Juni) verlor die Reichsmark ihre Gültigkeit. Der Umtausch in D-Mark war an Fristen gebunden: Bargeld musste angemeldet und eingereicht werden; jeder Einwohner bekam 40 DM Kopfgeld, später weitere 20 DM, Guthaben wurden zunächst 10:1 umgestellt und die Hälfte davon gesperrt, von der wiederum 70 Prozent gestrichen wurden - im Ergebnis rund 6,50 DM je 100 Reichsmark. Wer damals nicht einreichte, besitzt seit 1948 Papier ohne Zahlungsmittelfunktion. Weder Bundesbank noch Geschäftsbanken tauschen Reichsmark; das gilt auch für Reichsmark-Sparbücher, deren Ansprüche in den 1950er-Jahren nach dem Umstellungsgesetz abgewickelt wurden.

Was die Beträge damals wert waren

Die Kaufkraft je Nennwert, Bezugsjahr 1937, Preisstand 2025:

Kaufkraft der Reichsmark-Nennwerte 1937
NennwertKaufkraft 1937 in Euro von heute
1 Reichsmarkrund 5,30 €
2 Reichsmarkrund 11 €
5 Reichsmarkrund 27 €
10 Reichsmarkrund 53 €
20 Reichsmarkrund 106 €
50 Reichsmarkrund 265 €
100 Reichsmarkrund 530 €
1.000 Reichsmarkrund 5.300 €

Jeder Betrag hat eine eigene Seite mit allen Jahrgängen 1924 bis 1948, zum Beispiel 100 Reichsmark in Euro. Übersicht: Reichsmark in Euro.

Was den Sammlerwert bestimmt

Bei Banknoten zählt vor allem die Erhaltung: Ein kassenfrischer, ungefalteter Schein ist ein Vielfaches eines gebrauchten wert. Hohe Nennwerte (1.000 Reichsmark) sind seltener als die Zehner und Zwanziger, die in jedem zweiten Nachlass liegen. Bei Münzen zählen Silbergehalt (die 2- und 5-Reichsmark-Stücke haben mindestens ihren Silberwert), Prägestätte und Erhaltung; Zinkmünzen sind fast wertlos, sofern sie nicht prägefrisch sind. Einen amtlichen Katalog gibt es nicht; verlässliche Anhaltspunkte liefern numismatische Fachkataloge, Münzhändler und die Ergebnisse von Auktionshäusern. mark-in-euro.de nennt keine Sammlerpreise.

Hinweis zu Stücken mit Hoheitszeichen der NS-Zeit

Münzen und Scheine ab 1933 tragen den Reichsadler mit Hakenkreuz. Der Besitz, das Sammeln und der Handel sind als Zeitdokumente erlaubt; beim Anbieten im Internet gelten die Regeln der jeweiligen Plattform, die solche Abbildungen häufig einschränken. Für den Wert spielt das Symbol keine Rolle - entscheidend bleiben Erhaltung und Seltenheit.

Weiterlesen: Währungsreform 1948: Von der Reichsmark zur D-Mark, Hyperinflation 1923, Münzen und Scheine des Kaiserreichs.

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