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DDR-Mark und die Währungsunion 1990: Umstellung & heutiger Wert

Kurz gesagt

Mit der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion zum 1. Juli 1990 wurde die Mark der DDR amtlich auf D-Mark umgestellt: laufende Zahlungen und Guthaben grundsätzlich 2 : 1, innerhalb altersabhängiger Freibeträge 1 : 1. Ein regulärer Umtausch ist seitdem nicht mehr möglich; erhalten bleibt allenfalls ein Sammlerwert.

Warum wurde zwischen 2:1 und 1:1 unterschieden?

Die Umstellung sollte einerseits die DDR-Wirtschaft nicht mit einer zu hohen D-Mark-Geldmenge belasten, andererseits kleinere Guthaben und laufende Einkommen nicht entwerten. Deshalb wurden laufende Zahlungen wie Löhne, Gehälter, Mieten und Renten grundsätzlich 1:1 umgestellt, während größere Spar- und sonstige Guthaben oberhalb der persönlichen Freibeträge 2:1 umgerechnet wurden - aus 2 Mark der DDR wurde also 1 DM. Diese gestaffelte Lösung war politisch umstritten: Sie sollte einen Kompromiss zwischen dem Schutz kleinerer Vermögen und der makroökonomischen Sorge vor einer zu schnell wachsenden Geldmenge in der noch jungen gemeinsamen Währungsunion darstellen.

1:1-Freibeträge nach Alter (1990)

Für Sparguthaben galten altersabhängige Freibeträge, bis zu denen 1:1 statt 2:1 umgestellt wurde:

AlterFreibetrag
bis 14 Jahre2.000 Mark der DDR
15 bis 59 Jahre4.000 Mark der DDR
ab 60 Jahre6.000 Mark der DDR

Rechenbeispiel: gleiches Guthaben, unterschiedliches Alter

Die Freibeträge sorgten dafür, dass identische Sparguthaben je nach Alter der Kontoinhaberin oder des Kontoinhabers unterschiedlich hoch in D-Mark umgestellt wurden. Ein 70-Jähriger mit 6.000 Mark der DDR Sparguthaben erhielt den vollen Betrag im günstigeren Verhältnis 1:1, also 6.000 DM. Ein 30-Jähriger mit demselben Guthaben von 6.000 Mark der DDR bekam dagegen nur die ersten 4.000 Mark im Verhältnis 1:1 (4.000 DM) angerechnet; die restlichen 2.000 Mark wurden im Verhältnis 2:1 umgestellt (1.000 DM) - macht in Summe 5.000 DM statt 6.000 DM. Dieses Beispiel zeigt, warum bei der Mark der DDR nicht ein einzelner Umtauschwert, sondern eine Spanne zwischen Freibetrags- und Sparguthaben-Kurs ausgewiesen wird.

Was zählte zur umgestellten Vermögensmasse?

Umgestellt wurden Bargeldbestände, Sparguthaben, laufende Gehälter, Mieten und Renten sowie sonstige auf Mark der DDR lautende Forderungen und Verbindlichkeiten. Die genaue Zuordnung - 1:1 innerhalb des Freibetrags, 2:1 für den darüberliegenden Betrag - richtete sich nach dem Staatsvertrag zur Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion vom 18. Mai 1990.

Was ist mit Bargeld über den Freibeträgen?

Auch Beträge oberhalb der altersabhängigen Freibeträge wurden nicht ersatzlos gestrichen, sondern im Verhältnis 2:1 in D-Mark umgestellt. Wer also größere Sparguthaben besaß, verlor dadurch rechnerisch die Hälfte des DDR-Nennbetrags, behielt aber - anders als bei der Währungsreform von 1948 - den vollen umgerechneten Rest als reguläres D-Mark-Guthaben.

Was das für Verdienste und Renten bedeutete

Für die gesetzliche Rentenversicherung ist die Vermögensumstellung von 1990 nicht die einzige Rechengröße: Verdienste, die im Beitrittsgebiet erzielt wurden, werden zusätzlich nach SGB VI Anlage 10 auf das westdeutsche Verdienstniveau angehoben, um sie rentenrechtlich vergleichbar zu machen. Für 1989 lag dieser Umrechnungswert bei 3,2330 - ein Verdienst in Mark der DDR aus diesem Jahr wird für die Rentenberechnung also mit diesem Faktor multipliziert. Dieser Umrechnungswert ist von der Umstellung des Bargelds (2:1 bzw. 1:1) zu unterscheiden; beide Mechanismen verfolgen unterschiedliche Zwecke. Details und weitere Jahrgänge: Kaufkraft nach Jahr.

Wie lief die Umstellung praktisch ab?

Die Umstellung erfolgte weitgehend automatisch über die Banken und Sparkassen: Bestehende Konten wurden zum Stichtag 1. Juli 1990 direkt auf die neuen Kurse umgerechnet, ohne dass Kontoinhaberinnen und -inhaber selbst tätig werden mussten. Bargeldbestände in Mark der DDR mussten dagegen bei einer Bank oder Sparkasse eingereicht werden, um in D-Mark umgestellt zu werden - ein direkter Tausch von Bargeld gegen Bargeld am Schalter war nicht der Regelfall.

Hat die Mark der DDR heute noch einen Sammlerwert?

Ein regulärer Umtausch von Mark-der-DDR-Bargeld ist seit der Währungsunion nicht mehr möglich - die Umstellung war einmalig. Banknoten und Münzen der DDR (ausgegeben zwischen 1948 und 1990) können aber einen Sammlerwert haben, der von Jahrgang, Erhaltung und Seltenheit einzelner Ausgaben abhängt. Dieser Sammlerwert ist unabhängig vom amtlichen Umstellungskurs von 1990 und nicht amtlich erfasst; wie bei DM- und Goldmark-Münzen sind spezialisierte Händler oder numismatische Kataloge die richtige Anlaufstelle für eine Einschätzung.

Was DDR-Beträge heute entsprechen

Beispiel: 100 DDR-Mark in Euro - alle Beträge in der Übersicht DDR-Mark in Euro. Für Verdienste gelten die Umrechnungswerte nach SGB VI Anlage 10 (siehe Kaufkraft nach Jahr).

1.000 Mark der DDR: Umstellung 1990 und Kaufkraft heute. Umstellung 2:1 (Guthaben): 255,65 €; Umstellung 1:1 (Freibetrag): 511,29 €; Kaufkraft heute (2:1): 515 €; Kaufkraft heute (1:1): 1.030 €.
1.000 Mark der DDR: Umstellung 1990 und Kaufkraft heuteQuelle: Vertrag über die Währungsunion vom 18.05.1990; Deutsche BundesbankStand 01.01.2026Grafik in voller GrößeSVG
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