Goldmark: Wert, Goldgehalt & Kaufkraft der Mark bis 1914
Die Mark des Kaiserreichs („Goldmark", 1873-1914) war goldgedeckt: 1 Mark = 1/2790 kg Feingold (0,358423 g je Mark). Die Goldparität galt bis zum 31. Juli 1914; Kaufkraft-Faktoren der Bundesbank gibt es für die Mark von 1873 bis 1921.
Was bedeutet „Goldmark"?
„Goldmark" ist keine eigene amtliche Währungsbezeichnung, sondern der gebräuchliche Name für die Mark in der Zeit des Goldstandards von der Reichsgründung 1871/1873 bis zum Ersten Weltkrieg. Der Begriff dient vor allem der Abgrenzung zur Mark der Kriegs- und Inflationsjahre ab 1914, die ihre Golddeckung verlor und rapide an Wert verlor. Amtlich hieß die Währung schlicht „Mark" - der Zusatz „Gold" wurde erst rückblickend gebräuchlich, um die stabile Vorkriegs-Mark von der instabilen Nachkriegs-Mark zu unterscheiden.
Geprägt wurden zur Goldmark-Zeit sowohl Kursmünzen aus unedlem Metall für den Alltag (Pfennig- und kleinere Mark-Nennwerte) als auch Goldmünzen zu 5, 10 und 20 Mark, die tatsächlich physisch die genannte Feingoldmenge enthielten. Banknoten der Reichsbank waren dagegen Papiergeld, das gegen Gold eingelöst werden konnte - erst mit dem Ende der Einlösepflicht 1914 verschwand dieser direkte Bezug zum Gold.
Goldgehalt und Feingewicht
Grundlage war das Münzgesetz von 1873: 1 Kilogramm Feingold entsprach 2.790 Mark, also rund 0,358423 g Feingold je Mark. Auf dieser Basis ließ sich jeder Mark-Betrag in eine feste Goldmenge umrechnen - unabhängig von Preisschwankungen, solange die Golddeckung bestand.
Goldgehalt und Kaufkraft der Goldmark
| Betrag | Feingold (bis 1914) | Kaufkraft heute (1913) |
|---|---|---|
| 1 Mark | rund 0,36 g | rund 6,60 € |
| 10 Mark | rund 3,58 g | rund 66 € |
| 20 Mark | rund 7,17 g | rund 132 € |
| 100 Mark | rund 36 g | rund 660 € |
| 1.000 Mark | rund 358 g | rund 6.600 € |
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Warum endete die Goldbindung 1914?
Mit Beginn des Ersten Weltkriegs im Juli/August 1914 hob das Deutsche Reich die Pflicht auf, Banknoten gegen Gold einzulösen, um die Kriegsfinanzierung über die Notenpresse zu ermöglichen. Aus der bis dahin goldgedeckten Mark wurde eine reine Papierwährung, deren Wert in den folgenden Jahren stark schwankte und in der Hyperinflation von 1914 bis 1923 schließlich fast vollständig verfiel.
Kaufkraftentwicklung 1873 bis 1921
Innerhalb der Kaufkraftreihe, die die Bundesbank für die Mark ausweist, liegt die höchste Kaufkraft im Jahr 1879 mit rund 9,20 € je Mark; 1921 - mitten in der beginnenden Hyperinflation - war 1 Mark nur noch rund 0,50 € wert. Dieser starke Rückgang in wenigen Jahren zeigt anschaulich, wie schnell die Golddeckung nach 1914 an Bedeutung verlor: Während der eigentlichen Goldmark-Zeit bis 1914 blieb die Kaufkraft der Mark über Jahrzehnte vergleichsweise stabil, danach brach sie ein.
Goldmark-Münzen als Sammlerobjekt
Die Reichsgoldmünzen zu 5, 10 und 20 Mark aus der Zeit des Kaiserreichs sind bei Sammlern und Anlegern bis heute gefragt. Ihr Preis setzt sich aus zwei Bestandteilen zusammen: dem reinen Materialwert des enthaltenen Goldes zum aktuellen Goldpreis und einem numismatischen Aufschlag, der von Prägejahr, Münzstätte und Erhaltungsgrad abhängt. Dieser Aufschlag ist nicht amtlich festgelegt und unabhängig von den Kaufkraft-Faktoren der Bundesbank, die sich ausschließlich auf die Kaufkraft eines Mark-Betrags im jeweiligen Jahr beziehen, nicht auf den heutigen Materialwert.
Geprägt wurden die Goldmünzen in mehreren Münzstätten des Kaiserreichs, erkennbar am Münzzeichen unter der Jahreszahl. Motiv der Vorderseite war meist das Porträt des jeweiligen Landesherrn - je nach Ausgabestaat etwa des Deutschen Kaisers oder eines Königs -, während die Rückseite den Reichsadler zeigte. Für eine seriöse Wertbestimmung einzelner Stücke empfiehlt sich, wie bei DM-Münzen, ein spezialisierter Münzhändler oder ein numismatisches Fachkatalog - mark-in-euro.de bildet ausschließlich die amtliche Kaufkraft-Berechnung ab, keinen aktuellen Sammler- oder Materialpreis.
Unterschied zwischen Goldwert und Kaufkraftwert
Wichtig ist die Trennung zweier Fragen: Wie viel Gold steckte in einer Münze, und wie viel konnte man mit ihrem Nennwert zum Zeitpunkt der Ausgabe kaufen? Der Goldgehalt ist eine feste, aus dem Münzgesetz von 1873 ableitbare physikalische Größe. Die Kaufkraft dagegen beschreibt, wie viele heutige Euro nötig wären, um dieselbe Kaufkraft wie damals zu erzielen - beide Werte entwickeln sich unabhängig voneinander, da sich der Goldpreis und die allgemeine Preisentwicklung nicht parallel bewegen.
Alle Beträge: Mark in Euro - Jahrgänge in der Reihe Kaufkraft nach Jahr. Was aus der Mark nach 1914 wurde: Währungsreform 1948.